#Freelancertipps: Meine Top 7 Akquise-Kanäle

Vor kurzem habe ich mich für meinen Kunden Bileico mit dem Thema Akquise auseinandergesetzt. Die Gewinnung neuer Auftraggeber spielt in der Welt der Selbstständigen im Allgemeinen und Freelancer im Speziellen eine sehr zentrale Rolle und so dachte ich mir, dass ich mich auch einmal auf meinem eigenen Blog mit der Thematik auseinandersetzen.

Akquise Freelancer

Natürlich gibt es im Netz bereits unzählige Posts, die sich mit den Möglichkeiten der Kunden-Akquise für Freelancer befassen. Ich möchte das, was schon unzählige Male gesagt beziehungsweise geschrieben wurde, in diesem Beitrag nicht noch einmal wiederholen, sondern euch meine persönlichen Lieblings-Kanäle für die Kundengewinnung vorstellen. Außerdem ist es mir wichtig, dir ein paar tiefere Einblicke zu gewähren, um zu erklären, welche Chancen ich den jeweiligen Akquise-Möglichkeiten anrechne und wo (in meinen Augen) deren Grenzen sind.

 

Kanal #1: Auftrags-Börsen

Mit den Online-Börsen für Jobs und Aufträge fing meine Selbstständigkeit vor über einem Jahr an. Ich kann dir ganz konkret folgende Seiten empfehlen:

Auf beiden Portalen habe ich Auftraggeber gefunden, mit denen ich zum Teil auch jetzt noch zusammenarbeite. Es sind also durchaus Kanäle, die sich für eine langfristige Zusammenarbeit eignen. Doch weil nicht alles Gold ist, was glänzt, möchte ich dir hier neben weiteren Vorteilen auch ein paar Nachteile der Börsen vorstellen.

Vorteile Nachteile
vielfältiges Job-Angebot teils sehr geringe Wortpreise
unabhängige Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und -nehmer (die Plattform spielt danach keine Rolle mehr und dient nur der ersten Zusammenkunft) große Konkurrenz (man muss sich gegen viele Mit-Bewerber durchsetzen)
Einfache und direkte Kontaktaufnahme Texter unterbieten sich gegenseitig mit ihren Angeboten
man kann seine eigenen Leistungen anbieten  

 

Mein Fazit: Gerade in der Anfangszeit haben mir die oben genannten Seiten geholfen, Kundenkontakte aufzubauen und Fuß zu fassen. Um sich weiterzuentwickeln, sind sie eher weniger geeignet – allein schon aufgrund der teils dreisten Wortpreise. Daher betrachte ich die Jobbörsen immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge und würde sie als Übergangs-Station bezeichnen.

 

Kanal #2: Networking-Events

Veranstaltungen, die zum Netzwerken genutzt werden, lohnen sich für mich in vielerlei Hinsicht und nicht nur allein, um neue Kunden zu akquirieren. Sie sind für mich in erster Linie eine Möglichkeit des Austauschs. Da ich allein und im Home Office arbeite, schätze ich es sehr, mich mit „Kollegen“ auszutauschen. Wenn im Gespräch mit branchenfremden Personen eine interessante Kooperation zustande kommt – umso besser! Wichtig ist, dass du bei Networking-Events immer einen Schwung Visitenkarten einstecken hast. Das wirkt einerseits professionell und ermöglicht andererseits eine unkomplizierte Kontaktaufnahme.

Mein Fazit: Networking-Events lohnen sich immer und sind eine willkommene Abwechslung zum normalen Berufsalltag. Sie haben auch das Potential, ein ertragreicher Akquise-Kanal zu werden – wenn du dich traust, andere anzusprechen und dich selbst vermarkten kannst.

 

Kanal #3: Facebook-Gruppen

Auf Facebook gibt es unzählige Gruppen, in denen Freelancer auf die Suche nach neuen Aufträgen gehen können. Ein paar, in denen ich bin, heißen:

  • Texter-Jobs
  • Texter, Redakteure, Lektoren und Auftraggeber mit Anspruch und Stil
  • Freelance Jobs
  • Rent a Freelancer

Ich habe bisher zwei Kunden über solche Gruppen gewonnen: Einen, weil ich mich direkt auf ein Gesuch gemeldet habe und einen weiteren, weil ich mich in einem entsprechenden Gruppen-Dokument eingetragen und vorgestellt habe. Man könnte also meinen, dass ich den Facebook-Gruppen wohlgesonnen gegenüberstehe.

Dem ist allerdings nicht so. Um die Wahrheit zu sagen: Mich nerven diese Gruppen – oder eher gesagt ein Großteil der Menschen, die darin aktiv sind. Natürlich sehe ich es ein, dass man in sozialen Netzwerken Diskussionen lostreten darf und soll. Dass dabei die Meinungen auch mal auseinander gehen, ist natürlich und feuert den Diskurs zusätzlich an. Jedoch zum tausendsten Mal zu lesen, ab welchem Wortpreis sich die Arbeit eines Texters lohnt und dass diese Form der Abrechnung eigentlich total unseriös ist, bringt mich dann doch irgendwann an den Rand meiner Geduld. Die schiere „Informationsflut“, die in den Facebook-Gruppen herrscht, sorgt dafür, dass ich hier nur äußerst selten vorbei schaue. Demzufolge nutze ich sie auch nur noch äußerst selten als Akquise-Kanal.

Mein Fazit: Facebook-Gruppen haben durchaus Potential – wenn man den Nerv besitzt, sich durch die endlosen (und häufig sinnlosen) Diskussionen zu scrollen. Wenn man schließlich ein passendes Gesuch gefunden und sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat (die hier ähnlich groß wie bei den Portalen ist), bestehen gute Chancen auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und einen neuen (langfristigen) Kunden. Ich für meinen Teil bin mit meinen sehr zufrieden.

 

Kanal #4: Xing

Das Karriere-Netzwerk Xing ist für mich die Akquise-Überraschung schlechthin. Ich habe hierüber tatsächlich schon mehrere Kunden gewonnen, ohne dafür übermäßig viel Zeit in das Netzwerk investiert zu haben. Mein Drei-Punkte-Plan für den Erfolg sieht folgendermaßen aus:

  1. Lege dir ein gut befülltes Profil an und mache darin konkrete Aussagen zu deinen Fähigkeiten
  2. Erstelle ein Portfolio (in meinem gebe ich Auskunft über meine Leistungen, Themenschwerpunkte und Referenzen)
  3. Empfehle regelmäßig Inhalte weiter, die du erstellt hast (in Link-Form), um auf dein Können aufmerksam zu machen

Inwieweit mir die Personen, mit denen ich auf Xing verknüpft bin, bei der Akquise geholfen haben, kann ich nicht beurteilen. Doch sicherlich schadet es nicht, wenn du dich mit zahlreichen Menschen verknüpfst. Aktives Networking soll jedoch nicht Thema dieses Beitrages sein.

Mein Fazit: Aktuell ist Xing der attraktivste Akquise-Kanal für mich. Ich knüpfe hierzu wertvolle Kontakte zu Neu-Kunden, aus denen schon mehrere qualitativ hochwertige Zusammenarbeiten entstanden sind.

 

Kanal #5: Facebook und Twitter

Neben Xing sind es die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter, die ich nutze, um auf beruflicher Ebene wahrgenommen zu werden. Meine Tätigkeiten auf den Plattformen können als indirekte Akquise verstanden werden. Ich poste Bilder, Inhalte, Statements, Tipps usw., um als Person und Expertin auf meinem Gebiet wahrgenommen zu werden. Im Fachjargon spricht man auch von Personal Branding.

Es kann natürlich sein, dass ich es mir einbilde, aber ich glaube, dass ich nach einem Jahr Selbstständigkeit schon einiges über Facebook und Twitter erreichen konnte. Meine Artikel werden weiterempfohlen und immer im Zusammenhang mit meinem Namen verbreitet. Nicht nur diverse  Experten, sondern auch der eine oder andere Kunde ist auf diese Weise schon auf mich aufmerksam geworden. Auch wenn es sich hierbei nicht um die breite Masse handelt, kann ich doch wieder sagen, dass wertvolle Kontakte geknüpft wurden.

Mein Fazit: Wenn man Freude an social media hat, dann sind Twitter und Facebook tolle Kanäle, um indirekt auf Kunden-Jagd zu gehen. Die Möglichkeiten sind extrem vielfältig und zum größten Teil kostenfrei.

 

Kanal #6: Mundpropaganda

Back to the roots! In Zeiten der Digitalisierung werden die „guten alten Akquise-Wege“ häufig außer Acht zu lassen. Im Anbetracht dessen, dass sich diese Beitrag gezielt an Freelancer (und nicht an große Unternehmen) richtet, möchte ich dir an dieser Stelle (stellvertretend für unzählige analoge Akquise-Möglichkeiten) die Mundpropaganda ans Herz legen.

Es funktioniert ganz einfachen: Wenn du gut bist, wirst du gern von deinen bestehenden Kunden an potentielle neue Kunden weiterempfohlen. Für dich bedeutet das:

  • Kein Aufwand
  • Keine Kosten

Mein Fazit: Es lohnt sich immer, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Mundpropaganda geht in aller Regel von anderen aus, was wiederum bedeutet, dass du nicht viel dafür tun musst. Das heißt allerdings nicht, dass du keinen Einfluss darauf nehmen kannst. Ein gutes Image ist hier das A und O. Beeinflusse es aktiv, indem du eine tadellose Arbeit ablieferst.

 

Kanal #7: ??? :)

Okay, jetzt werde ich ein bisschen fies. Abschließend möchte ich euch einen Kanal „empfehlen“, den ich selbst noch nicht in der Praxis getestet habe und über den ich auch noch nicht zu viel verraten möchte – einfach, weil sich mein Vorhaben noch in der Vorbereitungsphase befindet.

Nur so viel: Es handelt sich hierbei um eine Marketing-Maßnahme, die wie meine Social Media-Präsenzen in die Richtung Personal Branding geht. Ich bin gerade dabei, etwas zu erschaffen, das ich – sofern es denn iiiirgendwann einmal fertig wird – kostenfrei zur Verfügung stellen will. Auch wenn sich das Produkt nicht in erster Linie an Kunden richtet (sondern an dich!), erhoffe ich mir davon doch auch einen gewissen Akquise-Effekt. Ob mein Plan aufgehen wird? Ich habe keine Ahnung! Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also probiere ich es einfach mal aus.

 

Das waren meine sieben (okay, eher sechs) Akquise-Tipps für Freelancer. Ich hoffe, dass ich dir mit meinem Beitrag helfen und dir die eine oder andere Inspiration mit auf den Weg geben konnte. Natürlich interessiert es mich sehr, wie du an neue Kunden kommst. Ich freue mich über deinen Kommentar und deine Anregung! :)

 

4 Responses to “#Freelancertipps: Meine Top 7 Akquise-Kanäle

  • Sehr interessant, bei Dir kann man noch ne Menge lernen… 😉

  • Waas, die Jessica schimpft über die FB-Gruppen, von denen ich eine leite (1 A-Texter..)? Sie hat nicht ganz unrecht, aber so halb. Die nervigen Diskussion kann man getrost ignorieren, denn sie entstehen zumindest in dieser meiner Gruppe nicht unter den Jobs.
    Womit ich ihr aber Recht geben will: Tolle, gut bezahlte Jobs finde ich eigentlich auch nicht bei Fb. Die Gruppen taugen aber für etwas anderes: Netzwerken unter Kollegen und Bloggern. Das heißt, man tauscht Gastartikel und Links und vor allem – Texter lernen sich gegenseitig etwas kennen und geben sich so Jobs weiter. Ich bekomme mittlerweile einiges an Jobs durch nette Kollegen und ich gebe auch selber gerne was weiter. Das alles geschieht aber nur, wenn man in Kollegen nicht die böse Konkurrenz sieht, die man wegbeißen muss (wie es leider viele Texter in den Gruppen sehen und so agieren.. hmpf), sondern als Teamworker.
    Lilly ist eine von den kollegialen Kollegen und dieser Blog trägt auch viel dazu bei, dass sich Texter untereinander mehr schätzen und gegenseitig aufbauen, statt zu bekämpfen 😉
    Deswegen kann ich auch neidlos anerkennen, dass dies eine tolle, stylische Texterseite ist, die mich selbst auch inspiriert.

    • Hallo liebe J. Florence,
      ich hoffe, du hast Nachsicht mit mir :) Dass man diese Gruppen auch zum Networken nutzen kann, ist mir bisher nicht in den Sinn gekommen (Was vielleicht auch daran liegt, dass das bei mir über andere Kanäle klappt). Aber vielleicht probiere ich es auch nochmal aus :) Du hast außerdem vollkommen recht: man sollte andere Texter/innen stets als Kollegen und nicht als Konkurrenz sehen. Ich denke doch, dass jeder von uns etwas von dem riesigen Kuchen abbekommt.
      Vielen Dank für dein Kompliment zu meiner Seite.

      Liebe Grüße,
      Jessika

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