#Schreibtipps: Was tun, wenn’s mal wieder nicht läuft?

Schreiben ist für mich das natürlichste der Welt. Wenn ich das Thema umfassend recherchiert habe und in meinem Flow bin, dann muss ich kaum noch nachdenken. Die Wörter sprudeln dann aus mir heraus und reihen sich aneinander. Ab und zu bleibe ich an einer Stelle hängen, weil mir der Begriff nicht einfallen will, mit dem ich etwas beschreiben möchte. Wurde dieser aber schließlich gefunden, geht es froh und munter weiter.

#Schreibtipp-

Ich würde allerdings lügen, wenn ich sage, dass das immer so ist. Dass ich während jeder Sekunde meines Arbeitsalltags von der Muse geküsst werde und wie eine Wahnsinnige in die Tasten haue. Da gibt es natürlich diese Themen, die mich zur Verzweiflung bringen, diese Ratgeber, die einfach nicht rund werden wollen und diese Blogbeiträge, denen bis kurz vor Schluss der gewisse Pfiff fehlt. Kurzum: Es gibt so Tage, an denen mich meine Arbeit extrem fordert – einfach, weil es gerade nicht so wirklich laufen will.

Ich will nicht sagen, dass ich dann unter einer Schreibblockade leide. Es ist vielmehr dieser Flow, der unterbrochen wird. Die Wörter fließen nicht mehr, es kommt zum Stillstand. Für mich ist das ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür, dass man es meinen Texten auch sofort anmerkt. Die Natürlichkeit geht verloren. Statt eines breiten Highways, der sich sanft durch die Landschaft schlängelt, ähneln meine Texte einer Schotterpiste, auf der der Fahrer (aka. Leser) nur so hin und her geschleudert wird. Ganz klarer Fall, hier muss schleunigst etwas geändert werden. Was der Bautrupp auf der Straße ist, sind die folgenden Schreibtipps in meinem kreativen Kopf.

Tipp #1: Ins Unreine schreiben

Es ist einer der ältesten, einfachsten und gleichzeitig auch effektivsten Tricks, wenn es darum geht, eine (kleine) kreative Krise zu überwinden. Egal ob Unterbrechung des Schreibflusses oder ausgereifte Schreibblockade, oftmals ist es das beste, wenn du den Kopf ausschaltest und einfach drauf los tippst. Im „Fachjargon“ wird diese Methode auch „ins Unreine schreiben“ genannt, weil du natürlich hinterher noch etliche Korrekturen vornimmst, ehe der Text „rein“, als fertig für die Veröffentlichung, ist.

Das Gute an dieser Taktik ist, dass du frei von allen Zwängen schreibst und dir keine Gedanken über das Endprodukt machst – schließlich erfährt der Beitrag vor der Veröffentlichung noch einige Schönheitskorrekturen. Wenn ich ins Unreine schreibe, bin ich hinterher oftmals ganz überrascht, wie viel brauchbares Material dabei entstanden ist. Schon während des Schreibens merke ich außerdem, wie sich meine Gedanken (und meine Finger) immer mehr lockern und ich wieder zu meiner alten Form finde. So macht Arbeiten Spaß.

Tipp #2: Wer A schreibt, kann auch B schreiben

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du das kennst. Auf deiner Agenda steht, dass du einen Text über [Hundewelpen]* schreiben musst/darfst/sollst. Das Thema begeistert dich grundsätzlich, aber was du auch machst, der Funke will heute nicht so recht überspringen. Du mühst dich ab, recherchierst, notierst dir spannende Fakten über süße [Hundewelpen]*, aber egal wie sehr du dich auch in die Materie eingräbst, der Flow will einfach nicht flowen.

In einer solchen Situation hilft es mir enorm, den Fahrplan ganz spontan zu ändern. [Hundewelpen]* funktionieren gerade nicht? Okay, dann ziehen wir einfach die [Katzenbabys]* vor. Und siehe da, plötzlich funktioniert es.

Ziel dieser Taktik ist es keinesfalls, einen abgabereifen [Katzenbaby]*-Text aus dem Boden zu stampfen. Es geht vielmehr darum, deinem Verstand einen kleinen Bären aufzubinden. Thema A stößt gerade auf weniger Begeisterung? Dann lass es uns doch ganz einfach mit Thema B versuchen. Ganz ohne Zwänge, ganz ohne Verpflichtungen, ganz ohne Stress. Diese und andere Komponenten sind es nämlich oftmals, die eine Blockade im Kopf auslösen. Unser kreativer Geist wird dann zum maulenden Kleinkind, das sich querstellt, weil die Erwachsenen zum hundertsten Mal mit flötender Stimme irgendeine saudoofe Frage stellen. Will ich nicht, kann ich nicht, mach ich nicht – PUNKT.

Indem wir einfach spontan umschwenken, geben wir uns selbst und unserem kreativen Denkapparat die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Der abfallende Druck schafft Platz für neue Impulse und sorgt dafür, dass wir wieder in alle Richtungen klar denken können. So kommt es dann auch wie von allein, dass wir uns plötzlich doch noch mit den [Hundewelpen]* anfreunden.

[…]* hier kannst du ein Thema  deiner Wahl einsetzen 😉 

Tipp #3: Druck aufbauen

So sehr ich es auch liebe, frei und flexibel arbeiten zu können, so sehr schwöre ich auch auf meine Deadlines. Ein Arbeiten ohne jegliche zeitliche Ziele und Eingrenzungen ist für mich undenkbar – auch dann, wenn mein Schreibfluss gerade etwas ins Straucheln geraten ist.

Schon zu Studienzeiten habe ich des Öfteren gemerkt, dass ich unter Zeitdruck viel konzentrierter und effizienter arbeiten konnte. Scheinbar brauchte mein Kopf stets eine Deadline, um zu kapieren, dass es nun ernst wurde. Mich versetzten Situationen wie diese seit jeher nicht in Panik. Im Gegenteil: Sie spornten mich zu neuen Höchstleistungen an.

Wenn es also mal wieder nicht flutschen will, lasse ich den Text bis kurz vor Abgabeschluss liegen, um den größtmöglichen Zeitdruck aufzubauen. Ich weiß nicht woran es liegt und kann es auch wirklich nicht erklären, aber wenn ich unbedingt schreiben muss, dann klappt es oftmals wieder ganz von allein.

Tipp #4: Inspirationen einholen

Hast du mal versucht, über ein Thema zu schreiben, das es so nirgendwo sonst im Internet gibt? Ich glaube, es gibt kaum eine größere Challenge – und das ist auch gut so. Denn die Texte anderer sind nicht nur eine unserer Recherchegrundlagen, sondern können auch eine großartige Inspitationsquelle sein, wenn es mal wieder nicht rund läuft.

„Will dir mir jetzt sagen, ich solle bei anderen abgucken?!“ Nein, selbstverständlich nicht. Wer abschreibt, ist doof. Ich meine es wirklich so, wie ich es geschrieben habe. Nur weil du ein großartiger Autor bist, heißt das noch lange nicht, dass es andere nicht auch drauf haben können. Nutze die Kompetenz der anderen, wenn du gerade nicht weiterkommst und schau dir an, wie sie ein Thema

  • recherchieren
  • allgemein angehen
  • eröffnen
  • aufbereiten
  • belegen
  • abschließen

Das Internet ist voll von wirklich guten und inspirierenden Texten, die nicht nur deinen Schreibflow wieder aktivieren, sondern dir auch wirklich etwas beibringen können.

Zusatz-Tipp: Das Pendant zu den richtig guten Texten sind übrigens richtig schlechte Texte. (Wer hätte das gedacht.) Doch anstatt diese immer gleich wegzuklicken, kann es durchaus hilfreich sein, auch diese Exemplare einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Tipp #5: Komm mit mir ins Abenteuerland

Alle bisherigen Tipps zeigen keine Wirkung? Dein Schreibfluss stockt immer noch und egal, was du tust, es will nicht laufen? Dann hilft dir hoffentlich der letzte Trick, den ich in petto habe: Schreibe einfach irgendwas. Je phantasievoller und verrückter, desto besser. Ein völlig durchgeknallter und sinnfreier Text funktioniert ähnlich wie der berühmte Befreiungsschrei auf dem Feld: Du lässt los. Ähnlich wie bei meinem Tipp #2 geht es auch hier darum, dem Verstand zu suggerieren, dass er machen darf, worauf er gerade Lust hat. Indem du eine aberwitzige Phantasiegeschichte aufschreibst, schaffst du dir selbst ein Ventil, über das du ganz gezielt Druck ablassen kannst. Deine Kreativität wird es dir danken und mit neuem Tatendrang belohnen.

 

Das waren sie – meine fünf Tipps, wenn es einfach mal wieder nicht läuft und du deinen Schreibflow nicht so recht findest. Ich hoffe sehr, dass ich dir damit weiterhelfen konnte. Außerdem freue ich mich natürlich, wenn du weitere Tipps hast, die du mit mir und den anderen Lesern teilen willst. Fühle dich frei, mir einen Kommentar zu hinterlassen 😉

 

Foto: © www.pixabay.com 

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