15 (weitere) Tipps, um deinen Blog gegen die Wand zu fahren

Vor ein paar Tagen hat mein Kollege Benjamin Brückner den Artikel „25 Tipps, um Ihren Blog gegen die Wand zu fahren“ veröffentlicht – und mir damit eine Content-Idee direkt vor der Nase weggeschnappt! Die Enttäuschung währte zum Glück jedoch nur kurz, denn nach eins, zwei Kommentare unter Bens Facebook-Posting kam mir schnell die Idee, den Artikel einfach aufzugreifen und fortzusetzen.

Darum folgen hier – als Ergänzung zu den 25 Tipps von Benjamin Brückner – 15 weitere Hinweise von mir, die dir garantiert dabei helfen werden, keinen Erfolg mit deinem Blog zu haben.

//Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten//

Fehler-beim-Bloggen

1. Greife bloß keine anderen Blogartikel auf – Es könnte ja ein Diskurs entstehen!

Das, was ich hier gerade mache, ist schon mal grundlegend falsch. Denn Benjamin könnte ja zum Beispiel auf die Idee kommen, meinen Artikel über seine Kanäle zu teilen und zu empfehlen. Was wiederum mehr Reichweite für mich bedeuten würden. Uff… wo kämen wir denn da hin?!

2. Schreib über das, worüber alle schreiben – Das muss schließlich ein saugutes Thema sein!

Auf Instagram sind gerade Themen wie #Selbstliebe, #Bodypositivity, #Introvertiertheit und #Hypersensibilität schwer angesagt. Es ist durchaus sinnvoll, auf diese Züge aufzuspringen und von der allgemeinen Aufmerksamkeit zu profitieren.

Dass du mit dieser Taktik nur eine/r von vielen bist und es vermutlich nie schaffen wirst, aus der Masse heraus zu stechen, ist dabei nur nebensächlich. Und auch den Umstand, dass du von den Themen gar keine Ahnung hast, können wir getrost ignorieren. Da schert sich sowieso niemand drum.

3. Lade richtig große Fotos hoch – Je länger der Seitenaufbau dauert, desto mehr steigt die Vorfreude!

Ist es nicht immer wieder spannend, zuzusehen, wie sich eine Internetseite so riiiiichtig, riiiiichtig langsam aufbaut? Gönne deinen Blogbesuchern dieses aufregende Erlebnis und lade riesige Bilder hoch, die jeden Server maßlos überfordern.

4. Oder verwende richtig kleine Fotos – Der „Pixelfilter“ kommt sicher richtig gut an!

Zu viel Spannung sollte es natürlich auch nicht sein – du musst schlichtweg an den Blutdruck deiner Leser denken. Um diesen etwas zu besänftigen, kannst du alternativ zu den großen Fotos auch immer wieder mal sehr kleine verwenden. Diese sehen unter Umständen zwar sehr pixelig aus, aber: Hey, das ist doch ein cooler Effekt!

5. Ersticke jede Form der Interaktion mit deinen Lesern im Keim – pure Zeitverschwendung ist das!

Leser, die einen Daumen oder ein Herzchen dalassen, sind ja noch okay. Aber die, die kommentieren und schlimmstenfalls auch noch Fragen stellen, gehen ja mal gar nicht! Lass dich auf keinen Fall in eine Diskussion verwickeln. Außerdem hat niemand gesagt, dass du auf Feedback reagieren musst. Stelle dich also am besten tot, sobald dich Nachrichten deiner Leser erreichen.

6. SCHREIBE GANZ VIEL IN VERSALIEN!

DADURCH WIRKT ALLES GLEICH VIEL WICHTIGER UND DIE LESBARKEIT DEINER TEXTE LEIDET AUCH ÜBERHAUPT NICHT DARUNTER!!!1!!111 ICH PERSÖNLICH BIN AUCH DER MEINUNG, DASS GROSSBUCHSTABEN KEINESFALLS AGGRESSIV WIRKEN ODER SO, ALS WÜRDEST DU DEINE LESER ANSCHREIEN.

7. Tue so als hättest du Ahnung – muss doch niemand wissen, dass du kein „echter Experte“ bist!

Alle (Internet-)Welt redet von Positionierung und Personal Branding – es muss also echt was dran sein an dem Hype.

Am schnellsten positionierst du dich natürlich, indem du vorgibst, zu irgendeinem (Rand-)Thema richtig viel Ahnung zu haben. Nehmen wir das Beispiel Pinterest. Dass du selbst null Plan von der Materie hast und die Plattform eigentlich auch gar nicht gut findest, ist irrelevant. Hauptsache, du wirkst nach außen souverän und so, als hättest du etwas zu sagen. Die Leute lieben das!

8. Knalle jede Menge Affiliate Links in deinen Beitrag, auch wenn die da gar nicht rein passen – Hauptsache #passivesEinkommen yeah!

Money, money, money… must be funny…

Oh ja, am Ende wollen wir doch alle nur Kohle mit unserem Blog scheffeln, oder? Also klatsch ruhig richtig viele Affiliate Links in deine Beiträge und verarsche die Leser so richtig, indem du sie nicht markierst. HAHA! Weiß doch mittlerweile eh jeder, wie dieses (Cash-)Game gespielt wird.

9. Mache jeden Trend mit – das ist auch nur am Anfang anstrengend, irgendwann gewöhnt man sich daran!

Aus den USA schwappt gerade die #KekeChallenge zu uns herüber. Sei ein echter Vorreiter und poste am besten gleich dein eigenes Video auf Instagram. Das bringt garantiert jede Menge Klicks und Follower! Was genau das mit deinem Blog zu tun hat? Ach, ist doch egal, der ist doch eh nur die Basis für deine Influencer-Karriere (gewesen).

10. Mache andere Blogs aus deiner Nische schlecht – jeder sollte wissen, dass du die Nummer 1 bist!

Support unter Bloggern wird völlig überbewertet. Am Ende kommt es doch nur auf unseren eigenen Erfolg an und nicht auf den der anderen. Da darf man durchaus auch mal mit unfairen Mitteln spielen. Macht schließlich jeder.

11. Nimm parallel zum Blog einen Podcast auf. Und mache YouTube-Videos. Und nutze IGTV!

Überhaupt… Verwende alle Kanäle, die es gibt, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sei schlichtweg der Hans Dampf in allen Social Media-Gassen und sorge für richtig viel Wirbel um deinen Blog. Unter dieser Taktik leidet zwar die Qualität deiner Inhalte, aber so what? Masse statt Klasse! Weiß doch jeder.

12. Mach dir keine unnötigen Gedanken über deine Zielgruppe!

Mehr ist in der Bloggerwelt definitiv mehr. Das gilt nicht nur für Affiliate Links und Social Media-Kanäle, sondern auch für potentielle Zielgruppen. Ach, warum rede ich eigentlich im Plural?

Es reicht, wenn du eine einzige Zielgruppe hast – nämlich ALLE Menschen auf diesem Planeten! Diese Taktik ist genial, denn sie erspart dir jede Menge Zeit, die andere Blogger in Analysen, Auswertungen und das Erstellen von Personas stecken. Genial!

13. Benenne deinen Blog regelmäßig um und mache alle drei Wochen einen Relaunch!

Ziel sollte es stets sein, dass sich deine Leser auf keinen Fall an deinen Look gewöhnen und diesen unter x anderen Blogs wiedererkennen würden. Das würde die Sache ja mal megalangweilig machen, oder?

14. Blähe deine Followerzahlen künstlich durch Gewinnspiele auf!

Durch diesen grandiosen Trick kommen schon bald die richtig coolen Brands wie zum Beispiel mit Daniel Wellington auf dich zu und bieten dir tolle Koops an. Dass die Follower nach Ende des Gewinnspiels wieder verschwinden, interessiert eh niemanden – versprochen! Und falls doch, dann kannst du dir ja welche für wenig Geld kaufen.

15. Entwickele dich nicht weiter!

Deine Follower erwarten diesen Content und jene Attitüde von dir – also gib ihnen, was sie wollen! Jede Form von Weiterentwicklung – und sei sie auch noch so positiv und erstrebenswert – ist pures Gift für dein Community Management. Bleibe dir also treu, auch wenn das bedeutet, bis in alle Ewigkeiten nur Mittelmaß zu sein.

Fazit

Deinen eigenen Blog gegen die Wand zu fahren, ist überhaupt nicht schwer. Wenn dir meine Tipps – wider allen Erwartungen – dennoch nicht reichen, dann schaue unbedingt noch auf dem Blog von Benjamin vorbei und lies, was er dir rät, um so richtig schön zu scheitern.

Viel Spaß dabei.

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